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Familie der Herpesviren

Im Laufe seines Lebens wird jeder Mensch mit mindestens einem der neun Vertreter der Humanen Herpesviren (HHV) infiziert. Durch ein starkes Immunsystem können die Viren in Schach gehalten werden. Sie passen sich ihrem Wirt an und verbleiben dort ein Leben lang. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, können sich die Herpesviren vermehren und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen.

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HHV-1 und HHV-2 - Herpes simplex-Virus

Herpes simplex-Viren (HSV1 und HSV2) gehören zu den bekanntesten Herpesviren. HSV-1 wird vorwiegend über den Speichel übertragen und ist für den bläschenartigen Ausschlag im Lippenbereich verantwortlich. HSV-2 wird vorwiegend auf sexuellem Weg weitergegeben und ist die häufigste Ursache von Herpes im Genitalbereich. Grundsätzlich können aber beide Herpes simplex-Viren die gleichen Erkrankungen auslösen.


HHV-3 - Varizella-Zoster-Virus (Windpocken und Gürtelrose)

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ist verantwortlich für zwei unterschiedliche Erkrankungen Beim Erstkontakt mit dem Virus erkrankt man an Windpocken. Danach kann das VZV jahrzehntelang in den Nervenstrukturen schlummern. Mit zunehmendem Alter, Umstellungen im Hormonhaushalt oder einer Schwächung des Immunsystems erhöht sich das Risiko deutlich, dass die Viren erneut ausbrechen und die Betroffenen an einer Gürtelrose erkranken …


HHV-4 - Epstein-Barr-Virus (EBV)

Mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung tragen das Epstein-Barr-Virus (EBV) in sich – weitgehend unbemerkt. Das zu den humanen Herpesviren zählende Virus ist gut an den menschlichen Körper angepasst, und das Immunsystem hält den Erreger in Schach.
Das EBV kann allerdings auch schwere Erkrankungen hervorrufen. Neben dem Pfeifferschen Drüsenfieber kann das Epstein-Barr-Virus Krebs, z. B. das Hodgkin-Lymphom, verursachen. Möglicherweise werden auch Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose durch das Virus verstärkt. 


HHV-5 - Cytomegalievirus

Das Cytomegalievirus (CMV) ist das am weitesten verbreitete Herpesvirus. Rund 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sowie 90 Prozent in den Entwicklungsländern sind damit infiziert. Bei Gesunden verläuft die Erstinfektion mit CMV in der Regel symptomlos. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. Transplantationspatienten, können schwer erkranken.


HHV-6a, HHV-6b und HHV-7 - Humanes-Herpesvirus (Dreitagefieber)

Infektionen mit dem humanen Herpesvirus HHV-6 können im Säuglings- oder frühen Kleinkindalter zum sogenannten Dreitagefieber führen. HHV-7 verursacht ebenfalls das Dreitagefieber, ist aber mit Krämpfen bei Kleinkindern assoziiert und kann mit höherem Fieber einhergehen.


HHV-8 - Kaposi-Sarkom-Virus (KSHV)

Das Kaposi-Sarkom-assoziierte Herpesvirus (KSHV) gehört zur Familie der humanen Herpesviren. KSHV ist ein Tumorvirus, das drei verschiedene Krebsarten auslösen kann: das Kaposi-Sarkom, einen Krebs der Blutgefäße, das primäre Effusionslymphom (Krebs der weißen Blutzellen) und die Castlemann'sche Krankheit, eine Erkrankung der Lymphknoten.


Die Gesichtsrose (Zoster ophthalmicus)

Normalerweise sind Menschen nach durchgemachter Windpockeninfektion gegen das Zostervirus immun. Die Viren verbleiben aber nach dem Abklingen der Infektion in den Spinalganglien (Nervenknoten) des Rückenmarks. Durch Stress oder ein geschwächtes Immunsystem kann es zum "Erwachen" dieser schlummernden Viren und damit zu einer Aktivierung kommen. Die Folge ist eine Entzündung des Nervengewebes. Beim Befall des Nervus ophthalmicus sind Gesicht und Augen betroffen.


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